Was haben die Ringe des Uranus mit den meisten bekannten Exoplaneten gemeinsam?
Das Aufmacherbild zeigt die Uranusringe, wie sie Voyager 2 zu Beginn des Jahres 1986 abgelichtet hat.
(Credit: NASA/JPL)
Der Riesenstern SAO 158687 in der Waage ist an sich kein besonders spektakulärer Stern: Mit bloßem Auge nicht zu erkennen, ist er dennoch im Teleskop bei einer Entfernung von etwa 5.500 Lichtjahren ein leichtes Beobachtungsobjekt. Und SAO 158687 wäre auch weiterhin ein Katalogeintrag unter vielen anderen geblieben, hätte er sich nicht in die Forschungsgeschichte unseres Sonnensystems eingeschrieben. Und das ganz ohne eigenes Zutun: Rein zufällig sah es am 10. März 1977 so aus, als würde der Eisriese Uranus den Roten Riesen bedecken.
Dabei ging es dem Forschungsteam erstmal nur um die Atmosphäre des Uranus. Die Hauptbeobachtungen wurden vom Flugzeug-Infrarotteleskop Kuiper Airborne Observatory durchgeführt. Darüber hinaus fanden bodengebundene Beobachtungen statt. Etwas unerwartet wurde der Stern dann nicht nur von der Planetenscheibe verdeckt: Zusätzlich knickte das Lichtsignal mehrmals kurz davor und danach ein. Was genau den Stern da bedeckt hatte, konnte man zwar nicht sehen. Allerdings zeigten die Lichteinbrüche ein zeitlich symmetrisches Muster, das stark auf eine Ringstruktur hindeutete. Nachfolgende Sternbedeckungen bestätigten die Vermutungen und fanden Indizien für weitere Ringe.
Fotos der Uranusringe besitzen wir seit 1986: Am 24. Januar erreichte die Raumsonde Voyager 2 ihren geringsten Abstand zum blaugrünen Planeten und nahm dabei auch Detailfotos der Ringstruktur auf. Bei der Gelegenheit konnten auch noch zwei weitere dünne Ringe entdeckt werden. Und noch ein Fun Fact: Die Sonde war genau in dem Jahr gestartet, in dem auch die Ringe erstmals aufgespürt wurden.
Interessanterweise funktioniert die Entdeckung von Exoplaneten meist ganz ähnlich: Unter den verschiedenen Aufspürmethoden erwies sich die sogenannte Transitmethode bis heute am produktivsten: Laut der NASA-Statistik wurden bis Ende Januar 2026 knapp Dreiviertel aller bestätigten Exoplaneten auf diesem Wege gefunden. Dabei wird der Stern nicht direkt abgelichtet – sobald er aber vor seinem Stern vorbeizieht, messen wir mit dem Teleskop eine kurzzeitige Abnahme der Helligkeit.
Das Kompendium der Astronomie
Die wichtigsten astronomischen Grundlagen: Kompakt und übersichtlich.
Zum Buch